Skulpturen in Grabow,  "Kunst im Raum"

  

Die Bronzeskulptur des Lenzener Künstlers Bernd Streiter zeigt ein Grabower Original Guste Trahn.
Aufgestellt wurde diese Skulptur an der Rehberger Brücke neben dem Heimatmuseum.
Guste Trahn wurde 1885 in Kolbow geboren und entdeckte nach dem 2. Weltkrieg eine Marktlücke, als sie
Pferdeäpfel auffegte und an Kleingärtner verkaufte.
In der einen Hand hält Guste ihren Besen, hinter ihr der Ziehwagen für den Pferdemist. Ihre Hand streckt
sie Richtung Ludwigslust aus, weil sie dorthin oft zu Fuß zur Lindenkonditorei gegangen ist.

Guste ist ein Grabower Original, an die sich viele ältere Grabower gerne erinnern und die eine oder andere
lustige Geschichte erzählen.

Siehe auch den Vortrag und die Broschüre von Elisabeth Stolzenburg auf dieser Homepage.  
   

                                                 


Die Plastik zeigt den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Grabow Franz Floerke und den Heimatdichter
Fritz Reuter.
Floerke und Reuter kannten sich aus ihrer gemeinsamen Schulzeit am Gymnasium in Parchim.
Sie haben 1831 am Gymnasium in Parchim gemeinsam das Abitur gemacht.
In verschiedenen Dichtungen Reuters spielen Franz Floerke und die Fachwerkstadt Grabow eine Rolle.

Weiteres siehe unter Franz Floerke und Fritz Reuter auf dieser Homepage.

In seinen Werken bezeichnete Fritz Reuter sehr viele Personen als seine Freunde. Offenbar reichte es oft eine
Flasche Wein oder andere hochprozentige Getränke auszugeben, um sein literarischer Freund zu werden.
Als er aus der Festung Dömitz entlassen wurde und auf dem Weg über Grabow, Ludwigslust, Parchim nach
Stavenhagen war stellte er fest:
Ick hadd vele gaude Frün'n, un einen gauden Fründ; de gauden Frün'n treckten mit de Schuller,
un de gaude Fründ kann mi nich helpen, hei hadd sülwst man knapp Geld.
Aus Reuter: Ut mine Festungstid, V. Dams, Kapitel 26
                                                                                    Franz Flörke war das aber gewiß nicht!
 


Eine weitere Skulptur steht vor dem sanierten Gebäude des Maschinenhauses der ehemaligen "Rose-Brauerei"
an der Ecke zwischen der Großen Straße und der Rosestraße. Sie soll an die Kunst des Porter-Bierbrauens
erinnern. Christian Rose und sein Sohn Dietrich brachten nach längeren Aufenthalten in England die  Kunst
des Porter-Bierbrauens mit nach Deutschland.

Die Aussage auf der Skulptur "Die Grabower Rosebrauerei war die einzige Porterbrauerei Deutschlands"
ist natürlich falsch.
Richtig ist: Die Rosebrauerei war eine Brauerei mit einer langen Brautradition für Porter.

Falsch ist auch, daß die Rosebrauerei als erste in Deutschland Porter gebraut hat.


 




Am Pferdemarkt befindet sich eine weitere Skulptur des Projektes "Kunst im Raum".
Sie zeigt Herzog Karl Leopold und Müller Hartwig Bolbrügge, wie sie einen Erbpachtvertrag schließen.
Karl Leopold, der nicht nur wegen der hohen Ausgaben infolge des Großen Nordischen Krieges (1700 - 1721)
Klamme Kassen hatte, sondern dem russischen Zaren für die Hochzeit mit dessen Nichte reiche Geschenke
übergab, damit der Zar sich mit ihm verbündete, brachten den Herzog in Geldnot.

So erteilte er am 17. Juni 1717 das Erbpachtrecht an Hartwig Bolbrügge, Nachkomme einer alten mecklenburgischen Müllerfamilie, für beide Grabower Mühlen am Eldearm im Süden von Grabow.
Auch wenn das Vererbungsrecht dem Müller 2000 Taler kostete, war dieses Geld gut angelegt.
Die Müller-Familie Bolbrügge wurde bis 1920 zu einer der reichsten Familien Mecklenburgs. Bolbrügge
legte beide Mühlen zusammen. Nachfolgende Generationen bauten sie zu einem großen Mühlenkomplex
mit mehreren Kornspeichern aus. Die Bolbrüggesche Mühle profitierte lange Zeit von der durch den
Großherzog festgelegten Mahlpflicht für die umliegenden Dörfer.

Seit der Wende ist die Mühle eine Industrieruine, ein Schandfleck für die Stadt Grabow.

 




Als letzte von fünf Skulpturen zur Industriegeschichte der Stadt Grabow wurden durch den Künstler
Bernd Streiter zwei Arbeiter der Goldleistenmanufaktur bei der Herstellung eines Bilderrahmens
dargestellt.

1866 wurde vom Glasermeister Theodor Heinsius mit der Anschaffung einer Grundiermaschine eine
Firma zur Herstellung von Bilderrahmen gegründet. Der Betrieb entwickelte sich mit über 100 Arbeitern
in den 20-er Jahren des 19. Jahrhunderts zu einem der größten Leistenhersteller Deutschlands.

In der DDR bestand die Firma als VEB Goldleistenfabrik, später als VEB Plast- und Holzverarbeitung
bis 1995 weiter.
Die Herstellung von Bilderrahmen und -leisten wurde in sehr kleinem Umfang in einer Goldleistenmanufaktur
bis 2014 fortgeführt.
Heute erinnern noch der Straßennahme "An der Goldleiste", die abgebildete Skulptur und Exponate im
Grabower Museum an diese Firma.

 

.......und jetzt zeigen wir auf einer Karte, wo sich in Grabow diese Skulpturen finden ...

 

 

 

Zurück