Schule in den ersten Jahren nach 1945


   Schulgebäude als Lazarett
  
   Ende 1944 wurde die Schule in der Prislichen Straße zum Lazarett umgestaltet. Statt der Schüler füllten Verwundete die
   Klassenräume. Unter schwierigsten Bedingungen versuchten Ärzte und Schwestern, Leben zu retten und Schmerzen
   zu lindern.
   Ab Sommer 1945 wurde das Lazarett als Stadtkrankenhaus weitergeführt. Es unterstand der Stadtverwaltung und der Kontrolle
   durch die sowjetische Militärbehörde. Im diesem Krankenhaus wurden Operationen ausgeführt, entlassene Kriegsgefangene
   wurden versorgt, Entbindungen wurden ausgeführt und Krankheiten auf Grund mangelhafter Ernährung und Hygiene behandelt.
   Typhus, Geschlechtskrankheiten, Durchfallerkrankungen und Tuberkulose waren die häufigsten Erkrankungen.
   Wie überall, bestimmte auch im Krankenhaus der Mangel den Alltag. Es fehlte an Verbandmaterial, Medikamenten,
   Lebensmittel und Heizmaterial.

    Schule nach 1945

  
An den Schulen der Sowjetischen Besatzungszone erfolgte ein umfassender Austausch der Lehrerschaft. Ehemalige
   NSDAP-Mitglieder wurden nicht mehr beschäftigt. In sehr  kurzer Zeit wurden sogenannte Neulehrer ausgebildet. Auch ein
   Großteil der Schulbücher konnte nicht mehr verwendet werden. Ab September 1945 wurde der Unterricht in den Schulgebäuden
   am Kießerdamm, in der Canalstraße, hinter der Kirche sowie in provisorischen Räumen der Firma Grönboldt wieder aufgenommen.

 

Im Frühsommer 1946 wurde das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule für die Länder der Sowjetischen Besatzungszone verabschiedet.
Es war wegweisend für die nächsten 20 Jahre und somit auch weit in die Zeit der erst drei Jahre später gegründeten DDR hinein.

Das Gesetz war der Ausgangspunkt für die Neugestaltung des gesamten Schulsystems in der Sowjetischen Besatzungszone.
Das gegliederte Schulsystem verschwand im Herbst 1946
zugunsten eines komplexen Einheitsschulsystems.

Neue Lehrpläne wurden erarbeitet, neue Schulbücher wurden gedruckt.


Ende 1949 wurde der Rat der Stadt ermächtigt, das als Krankenhaus genutzte Gebäude in der Prislichen Straße wieder als Schulhaus herzurichten.

Am 1. September 1950 konnten Schüler und Lehrer die Wiedereröffnung ihrer Schule als Friedrich-Rohr-Schule feiern.

 

Zurück