Anfänge des Grabower Schulwesens

   
 
Über die Anfänge des Schulwesens in Grabow ist wenig bekannt. Während des großen Brandes
  der Stadt 1725 sind nicht nur die Schulstuben sondern auch die Schulakten verbrannt.

  Aus Kirchenakten der Jahre 1541 und 1542 wissen wir aber, dass der „Schulmeister“ zugleich
  Küster und auch Stadtschreiber war. An der Kirche liegt das Küsterhaus, das außer der Wohnung
  des Lehrers auch die Schulstube enthielt. Die Schule war eine Einrichtung der Kirche, der
  Schulmeister ein angehender Kirchendiener.

  Aus dem Jahre 1656 ist bekannt, dass zwei studierte Lehrer, ein Rektor und ein Kantor für den
  Unterricht der Jungen sorgten, während der Küster die Mädchen in Lesen und Beten unterwies.
  Die Teilnahme der Kinder am Unterricht war in dieser Zeit sehr unregelmäßig.
  Erst unter der Regierung Friedrich des Frommen (1756 – 1786) wird der Schulzwang in
  Mecklenburg eingeführt und für die Jungen durchgesetzt.

 

1850 gab es in Grabow eine 6-klassige Schule in dem sogenannten Rektorhause an der Langen Straße, der heutigen Breitscheidstraße. Das Gebäude war damals niedriger. Es wurde erst
später aufgestockt. In dem Gebäude befindet sich gegenwärtig die Schau(m)manufaktur.
 
Die wachsende Einwohnerzahl von Grabow auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Durchsetzung der Schulpflicht erforderten nach
1856 weitere Schulbauten.

Mit den Zins- und Pachterträgen der Rohr’schen Stiftung wurde 1857 ein Schulgebäude in der Canalstraße gegenüber dem Kirchenplatz erbaut.

 

    Literatur:
    - Christian Madaus: Über die Vergangenheit des Grabower Schulwesens, in Grabower Heimathefte, Heft 8, S. 3 - 9

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