Touristenverein "Die Naturfreunde" in Grabow

  
 
  Gleich nach dem ersten Weltkrieg schlossen sich in Grabow einige Gleichgesinnte zusammen, um eine Wanderbewegung
  aufzubauen. Es waren junge Menschen, die Freude am Schönen, am Wandern und am Volksbrauchtum hatten. Der
  Touristenverein "Die Naturfreunde" entstand schon vor 1914 in Wien.Diese Arbeiter-Wanderbewegung entwickelte sich in
  Österreich, Deutschland,  Frankreich, Dänemark, Schweden, Italien, in der Schweiz; aber auch in Luxemburg, Holland,
  Belgien und der USA.
 
  In Grabow gründeten 1921 Walter Hoffmann, Walter Bruhns, Hermann Banf und Karl Wehrend eine Ortsgruppe.
  1923 kamen Hermann Danders, Otto Müller, Paul Borkert und Walter Hamann hinzu.
  Aus einer alten Sattlerwerkstatt im Hoffmannschen Hause in der Rose-Straße wurde in Gemeinschaftsarbeit ein
  Raum für Heimabende geschaffen.

  Wöchentlich kamen die Mitglieder mit ihren Frauen zu Zusammenkünften
  dorthin. Lichtbilder wurden gezeigt, Volkslieder gesungen, Diskussionen
  abgehalten, aber auch Gesellschaftsspiele durchgeführt.
  Sonntags wurden Wanderungen unternommen.

  Im Jahre 1927 entstand eine Jugendgruppe und wenig später auch eine
  Kindergruppe. 1930 umfaßte die Ortsgruppe des Touristenvereins "Die
  Naturfreunde" 30 Vollmitglieder, 25 Jugendliche (15-20 Jahre) und 60 Kinder
  (8-14 Jahre). Innerhalb der Kinder- und Jugendgruppe entwickelte sich alsbald
  eine Instrumentalgruppe unter Leitung von Friedrich Stüdemann. Außerdem
  entstand ein gemischter Jugendchor sowie eine Volkstanzgruppe unter Leitung
  von Paul Borkert.
  1932 haben die Grabower Naturfreunde in Nachbars Heide eine große
  Wanderhütte gebaut. Der Standort liegt im Bereich des weißen Ufers
  nahe der alten Elde, hinter dem E-Werk auf der linken Uferseite in
  Richtung Neustadt Glewe, Flurstück 106, Flur 6, Gemarkung Groß Laasch.

  Das folgende Bild zeigt die Kinder- und Jugendgruppe der Naturfreunde aus Grabow vor dem Naturfreundehaus im Jahre 1932.

 

   Nach der Machtergreifung durch den Faschismus wurde der Touristenverein "Die Naturfreunde" in Deutschland verboten, so auch die Grabower Ortsgruppe.
   1935 ist das Naturfreundehaus "Heidefrieden" abgebrannt.
   Weitere Einzelheiten über die Naturfreunde in Grabow und deren Verbot durch die Nazis findet man in einem Bericht von Paul Borkert.
  

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