Seeler-Denkmal

 
Einen besonderen Gedenkstein finden wir in der Ludwigsluster   Heide. Auf dem Sockel des Steines steht: „Hier fiel durch Mörders Schuß  M. Seeler. 5. Mai 1871“.
Jahrzehnte sind seit dieser Tat vergangen. Angaben über den
Hergang der Tat sind eine Mischung von Dichtung und Wahrheit.
In einem Punkt stimmen aber alle Berichte überein.
Sie nennen als
Mörder des Seeler den Wilderer Kruse aus Karstädt.
 
Gosselck berichtet in den Monatsheften für Mecklenburg 1938:
Am Nachmittag des 5. Mai 1871 hat der Schrankenwärter am
Bahnübergang des Laascher Weges zwischen Ludwigslust und Grabow einen Schuß gehört. Etwas später kam ein reiterloser Schimmel an die Schranke. Hinzu kamen Forstarbeiter, die sich sofort auf die Suche nach dem Reiter machten. Sie fanden in einer Dickung, wo heute das Denkmal steht, die Leiche des Seeler.

Seeler ist vermutlich das Opfer einer tragischen Verwechslung geworden. Der Schuss galt dem wegen seines energischen Vorgehens von den Wilderern verhassten Forstmeister Passow,
der regelmäßig einen Schimmel ritt.

       Seeler Denkmal 1938                                      Seeler Denkmal 2010                              Der Verdacht fiel auf den Arbeiter Heinrich Kruse aus Neu Karstädt,
                                                                                                                                         der als Wilddieb bekannt und mehrfach vorbestraft war. In einem
                                                                                                                                         langen Indizienprozess wurde Kruse wegen Mordes zu 15 Jahren
                                                                                                                                         Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt.
  
   An der Mordstelle wurde in der Ludwigsluster Heide ein Denkmal gesetzt, dass nach 1945 von den Russen auf dem Truppenübungsgelände zerstört
   und vergraben wurde.
  
Dieses Denkmal wurde 2004 von Rudolf Prade, Klaus Heyduk, Norbert Alff nach langem Suchen wieder entdeckt, restauriert und aufgerichtet.

  Literatur: 
  Wilderer: ein Tatsachenbericht von Rudolf Gosselck, Ludwigslust,
  In: Monatshefte für Mecklenburg, Bd. 14 (1938), 158, S.67-74

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