Major Arthur D. Nicholson


  

An der B191 zwischen der Kreuzung B5/B191 und Karstädt erinnert ein Gedenkstein an ein Ereignis
des kalten Krieges.
Es war die große Zeit der Spionage in Europa. An vorderster Front mit dabei: Alliierte Militärdiplomaten, die sich in BRD und DDR frei bewegen konnten

Der US-Militäraufklärer Arthur D. Nicholson gehörte zu den Erfolgreichen seines Fachs. Die Silvesternacht von 1984 auf 1985 war kalt – und die sowjetische Panzerwerkstatt in Techentin bei Ludwigslust schien unbewacht. Nicholson, akkreditiert bei der amerikanischen Militärverbindungsmission in Potsdam, stieg durch ein Fenster in die Halle. Während der Feind feierte, knipste der Hauptmann in aller Ruhe das Innere eines russischen Panzers. Das war einer der Spionagecoups, von denen die amerika-nischen, britischen und französischen Veteranen der alliierten Militärverbindungs-missionen in der DDR bis heute gerne erzählen. Arthur D. Nicholson täte das sicher auch, wenn er noch lebte.

   Am 24. März 1985 wurde Nicholson von einem sowjetischen Wachsoldaten erschossen. An jenem Tag war er mit seinem Fahrer noch einmal zu der
   Panzerhalle in Techentin zurückgekehrt. Er hoffte, diesmal einen der brandneuen T80-Panzer vor die Linse zu bekommen, den die Militärführung in Moskau
   kurz zuvor an die Einheiten in Ostdeutschland ausgeliefert hatte. Was er nicht wusste: Ein amerikanischer Doppelagent, Mitglied der Abhörstation auf dem
   West-Berliner Teufelsberg, hatte dem KGB von Nicholsons erfolgreicher Silvestertour berichtet.

  
Was an jenem 24. März in der Panzerwerkstatt bei Ludwigslust geschah, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Nach Aussage von Nicholsons Fahrer
   Jessie G. Schatz war er mit Nicholson an die Panzerhalle herangefahren. Wachpersonal gab es weit und breit nicht zu sehen. Der Major stieg aus, ging zum
   Gebäude und öffnete ein Fenster, um ein paar Fotos zu machen. In diesem Moment tauchte ein sowjetischer Soldat auf. Die folgenden Minuten beschreibt
   ein Bericht so:
   "Um 15.55 Uhr handelte der Posten entsprechend seiner Instruktion. Nach erfolgtem Warnruf, auf den Nicholson nicht reagierte, gab der Posten einen
   Warnschuss ab. Nicholson reagierte darauf nicht, sondern lief schnell und direkt zu seinem Fahrzeug. Aufforderungen zum Stehenbleiben kam er nicht
   nach. Daraufhin schoss der sowjetische Posten gezielt, Nicholson fiel circa drei Meter vor seinem Fahrzeug."

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