Schloßbahn

                                  
 
In päbstlichen Urkunden wird Grabow bereits in den Jahren 1186, 1189 und 1197 als befestigte Burg und als Grenzpunkt des Bistums Schwerin genannt.
  Schon zur Wendenzeit soll hier auf einer Elde-Insel eine Burg gestanden haben.
 
  Nach der Niederringung der Wenden war es zur Gründung mehrerer
  Grafschaften gekommen, darunter auch der Grafschaft Dannenberg.
  Die Burg in Grabow war eine wichtige Grenzburg dieser Grafschaft.

  Die Verleihung des Stadtrechtes für Grabow im Jahre 1252 ist urkundlich
  nicht nachweisbar. Sie muß jedoch im 13. Jahrhundert erfolgt sein.

  Bei der ersten Landesteilung im Jahre 1520 kommt Grabow an Herzog
  Heinrich V. zu Schwerin. Später zu Herzog Ulrichs Zeit gehört es zum
  Güstrowschen Anteil und kommt erst 1621 zum Herzogtum Schwerin
  zurück. Schon der erste Gemahlin des Herzogs Ulrich, der Herzogin
  Elisabeth, waren die Ämter Grabow und Grevesmühlen als Witwensitz
  verschrieben. Ulrichs zweite, ihn überlebende Gemahlin, die Herzogin
  Anna, bezog 1603 ihren Witwensitz. Sie ließ die Burg zu einem Schloß
  umbauen und residierte bis 1626 in Grabow.

  Eine zweite Periode fürstlicher Residenz in Grabow beginnt 1658 mit
  dem Tode Herzogs Friedrichs, dessen zweite Frau Maria Katharina hier
  ihren Witwensitz bis  zu ihrem Tode 1665 bezieht. Von 1669 bis 1692
  residiert ihr Sohn, der Herzog Friedrich, im Schloß zu Grabow. Ihm folgt
  seine Witwe Christine Wilhelmine bis 1722. 
                                                                                                                                                                                        Von links nach rechts,   Kirche und Schloss in Grabow vor 1725
 
 
  Die Söhne von Herzog Friedrich, die in Grabow aufgewachsen sind, wurden nacheinander regierende Herzöge zu Mecklenburg-Schwerin. Das sind
  Friedrich Wilhelm (I.) (1675-1713), Karl Leopold (1678-1747) und Christian Ludwig II. (1683-1756), der Erbauer des Ludwigsluster Schlosses:
  Die Tochter Sophie Louise (1685-1735)  von Herzog Friedrich heiratete 1708 Friedrich I. und wurde Königin von Preußen. Sie war eine Königin, die auf dem
  Schloß in Grabow aufgewachsen ist.

                                                                      
                                                                                                          
   

 

 

Am 3. Juni 1725 vernichtete ein großer Brand die Stadt Grabow und auch das Schloß.

 
 

Der nebenstehende Plan der Stadt Grabow vor dem Brande 1725 stammt
aus dem Buch
von Oscar Kurz: Der große Brand Grabows 1725 und der Wiederaufbau der Stadt.

Der Schlossgraben vor dem abgebrannten Schloss ist später zugeschüttet worden.

Die Schlossbahn befindet sich in der Verlängerung der Kirchenstraße (früher Rosen-Straße, grün eingezeichnet).

Aus dem Plan ist zu erkennen, dass die Schlossbahn ein Zufahrtsweg zum Grabower Schloß war.

 

 


    Literatur:

   - Havemann: Bilder aus der Grabower Geschichte, Land und Leute 1957, Hefte 7 und  8

   -
Werner Siegismund: Die Stadt Grabow in Mecklenburg-Schwerin, Grabow 1924

   -
Friedrich Wigger: Aus dem Leben der Königin Sophie Louise von Preußen (der "Princesse von Grabow")
     In: Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
     Bd. 41 (1876), S. 3-97, 158
    

 

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