Saarstraße

                                  
  Die Saarstraße ist ein Relikt aus der Nazizeit.

  Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg kam das Saargebiet gemäß des Versailler Vertrags
  unter die Regierung des Völkerbundes. 1920 wurde es mit dem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter
  französische Verwaltung gestellt. Wirtschaftlich wurde das Saargebiet in das französische Zoll- und Währungsgebiet
  integriert. 1935 sollte laut Vertrag eine Volksabstimmung über den künftigen Status stattfinden. Die Besetzung des
  Saargebietes durch französische Truppen bestärkte die Saarländer im Wunsch, ins Deutsche Reich zurückzukehren.
  Alle saarländischen Parteien unterstützten das bis 1933.

  Mit der Machtübernahme der NSDAP unter Adolf Hitler im Deutschen Reich änderte sich die Politik der linken Parteien
  im Saargebiet. Nun wurde der Status quo propagiert, das hieß Beibehaltung der Mandatsverwaltung bis zum Sturz
  Hitlers. Aber 15 Jahre "Heim ins Reich" - Politik aller wichtigen saarländischen Parteien konnten ab 1933 bis zur
  Volksabstimmung am 13. Januar 1935 nicht mehr ausgeglichen werden. Hitler wurde nicht als Gefahr wahrgenommen.
  So stimmten dann 90,73 Prozent der Wähler für eine Vereinigung mit Deutschland, 8,86 Prozent für den Status quo und
  nur 0,4 Prozent der Wähler für eine Vereinigung des Saargebietes mit Frankreich.

  Wie auch immer: Über 90% der Wahlberechtigten haben für Deutschland gestimmt und bereiten damit Hitler einen grandiosen Prestige-Erfolg.
 
  Die Naziregierung ordnete an, dass in den deutschen Städten "Saarlandstraßen" bzw. "Saarstraßen" zu benennen seinen.

  Das war der Grund, weshalb Grabow eine Saarstraße bekam.

  Der vor dem Bahnübergang gelegene Teil der Neustädter-Chaussee, der 1934/35 bebaut wurde, sowie die bisherige Neustädter Straße erhielten die
  Bezeichnung Saarstraße.

  In den meisten deutschen Städten gab es in der Zeit zwischen 1935 und 1945 Saarstraßen, in vielen Städten ist das auch heute noch der Fall.
  Ludwigslust hatte auch von 1935 bis 1945 eine Saarstraße. Der heutige Lerchenweg hieß bis etwa 1930 Am Runden Kamp, danach Plantagenweg, von 1935
  bis 1945 Saarstraße.
 
  Literatur:
  - Wikipedia, Stichwort Saarland
  - Werner Baack: Ludwigsluster Straßennamen, Ihre Herkunft und Bedeutung, Ludwigslust 2004
 

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