Rosestraße

   
     Die Rosestraße erhielt 1920 zum 150-jährrigen Jubiläum der Rosebrauerei ihren Namen. Vorher hieß sie Hinterstraße, sie läuft parallel zur Marktstraße.
     Die folgende Abbildung zeigt Grundstücke und Gebäude, die die Familie Rose seit 1726 erworben und über fünf Generationen bis 1920 zum Aufbau einer
     leistungsstarken Brauerei genutzt hat.

  

     Wichtige Etappen der Entwicklung der Rose-Brauerei:

     1. Johann Friedrich Rose (1702 - 1767), in Genthin geboren, kam nach dem großen Brand 1726 nach Grabow, war von
         Beruf Seiler, betrieb neben der Seilerei noch Landwirtschaft und ab 1745 eine Brantweinbrennerei

     2. Johann Caspar Rose (1734 - 1800), Beruf Seiler, lieferte die Seile für den Bau des Ludwigsluster Schlosses
         1772 - 1776,  kaufte das Hauses Marktstraße 3,
         Nutzung dieses Hauses als Gaststätte und  1770 Gründung einer Brauerei

    
3. Christian Friedrich Martin Rose (1771 - 1830), kaufte weitere Grundstücke auf dem Grabower Amtsgebiet und
         Marktstraße 4, Auseinandersetzungen in der Franzosenzeit

     4. Christian Rose (1803 - 1877), Umfassende Ausbildung als Braumeister, Reisen nach Hamburg, London, Paris, Schweiz,
         Östereich, Italien, München; Kennenlernen industrieller Betriebe, Bau eines Malzhauses

     5. Dietrich Christian Victor Rose (1831 - 1905) und Reinhardt Rose (1833 - 1897), gemeinsame Leitung der Brauerei,
         beide haben Chemie studiert in Berlin bzw. in München und sich umfassende Kenntnisse im Brauereifach in England
         erworben, Schaffung der ersten Porterbrauerei in Deutschland, Einführung des Dampfmaschinenbetriebes,
         Neubau des Brauhauses, Errichtung einer neuen Brunnenanlage vor der Stadt

     6. Christian Louis Fritz Rose (1869 -  .... ), Ausbildung in Celle, Leipzig, Hannover, München, Brauakademie
         Weihenstephan bei Freysing in Bayern, 1895 Prokura, 1900 Geschäftsübernahme, neues Maschinenhaus,
         künstliche Kälte-Erzeugungsanlage, elektrische Licht- und Kraftanlage

        
        
        


         1921 Umwandlung der Firma in eine AG unter der Bezeichnung
         "Christian Rose Aktiengesellschaft"
         1937 Änderung der Firma in "Rose-Brauerei, Grabow i. Meckl., A.-G."
   
         1924 waren 47 Angestellte und Arbeiter beschäftigt
         1939 waren 65 Angestellte und Arbeiter beschäftigt
        
         1945 wurde die Brauerei volkseigen. Im Jahre 1975 beschäftigte man
         130 Angestellte und Arbeiter. 1988 wurden 80.000 hl Bier produziert.

         Nach der Wende wurde die Brauerei von der Treuhand abgewickelt.
         Die Produktion von Bier und Getränken wurde in Grabow beendet.
         Die ehemaligen Beschäftigten wurden arbeitslos.

        2010 wurden die meisten Produktionsräume abgerissen. Auf dem
        ehemaligen Betriebsgelände wurde ein Parkplatz geschaffen.

    

       Literatur:

     - Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Brauerei Christian Rose in Grabow Mecklenburg am 5. September 1920

Zurück