An der Reitbahn

                                  
  Nach den Befreiungskriegen forderte der Deutsche Bund von Mecklenburg-Schwerin die
  Aufstellung eines Kavallerie-Regiments. 1819 befahl der Großherzog die Errichtung einer
  Eskadron, die in Grabow stationiert wurde.
  Ab 1. Juni 1821 trat die Eskadron in Grabow zusammen. Die vom Großherzog festgesetzte
  Stärke betrug: 6 Offiziere, 1 Arzt, 15 Unteroffiziere, 8 Trompeter, 1 Sattler, 1 Schmied,
  98 Gefreite und Gemeine.
  Der Regimentschef Generalmajor v. Pentz behielt seine Dienstwohnung in Ludwigslust.
  Die anderen Offiziere wohnten in Grabow und hatten sich Wohnung und Ställe für ihre Pferde
  selbst zu besorgen. Auch die Unteroffiziere und Trompeter mussten sich ihre Wohnung mieten.
 
  Vor dem Rehberger Tor wurden unter Leitung von Hofbaumeister Johann Georg Barca
  (1781 - 1826) mehrere Gebäude und eine Reitbahn für das Eskadron errichtet. Es handelte
  sich um eine symmetrische Anlage der Kavalleriegebäude um einen rechteckigen
  Exerzierplatz, vergleichbar mit Redefin. An der Schmalseite lag das Reithaus, flankiert von
  zwei gleichgroßen langgestreckten Gebäuden, in denen die Pferde und die Mannschaften
  unterbracht waren. Außerdem gehörten ein Krankenstall und eine Schmiede zu den
  Kavalleriebauten.

  Nach seinem Regierungsantritt verlegte der Großherzog Paul Friedrich  seine Residenz und
  das Gardebataillon nach Schwerin. Um Ludwigslust für den Verlust Ersatz zu schaffen, ließ er
  1837 und 1838 die Dragoner von Grabow nach Ludwigslust verlegen. Das bedeutete für die
  Grabower einen harten wirtschaftlichen Schlag. Die Garnison hatte der Grabower Bevölkerung
  jährlich ein Verdienst von ca. 40 000 Rth. eingebracht. Von den ehemaligen Kavallerie-
  gebäuden ist seit langem nichts mehr vorhanden.

  Geblieben sind den Grabowern nur ein Straßenschild "An der Reitbahn", vielleicht auch der
  eine oder andere Grabower als Nachkomme von den Dragonern.

 

  Literatur:
  - O. Kurz: Grabow in Kriegszeiten und als Garnison 1618 - 1918, Grabow 1937
  - Katharina v. Pentz: Johann Georg Barca (1781 - 1826) - Hofbaumeister in Ludwigslust, Betrachtungen zu Leben und Werk, Dissertation Hamburg 2010;
    darin findet man genaue Angaben zu den Kavalleriebauten in Grabow

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