Binnung


  Das Wort Binnung ist im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch kaum bekannt.
  Gefunden haben wir es in:
  Röding, Johann Hinrich: Allgemeines Wörterbuch der Marine in allen Europaeischen Seesprache nebst vollstaendigen Erklaerungen.
  Nemnich, Hamburg & J.J. Gebauer, Halle, 1793-1798. Dort heißt es:
  Binnung ist auf einem flachen Flussschiff, das an jeder Seite des obern Randes, an der obersten Planke, inwendig und auf den Stangen der Knie befestigte
  Holz, welches 6 Zoll hoch und 5 Zoll dick, und so lang ist, dass es vom Stäheblock im Vodertheil bis zum Hintertheil des Schiffs reicht. Der Zweck der Binnung
  ist, der Futterung zur Unterstützung zu dienen.
  Die Binnung ist also auf  Flußschiffen ein starkes Holz, worin der obere Rand des Schiffes inwendig eingefasst wird.

  Als Flurname taucht dieser Begriff in Grabow auf: 1671 auf der Binnunge, 1780 in der Binnung, 1794 in der Binnow.
  Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Straßennamen und dem Begriff bei den Holzschiffen gibt, lässt sich nicht beweisen.

 
Wenn auf nebenstehender Postkarte die Binnung als Kuselsdorf
bezeichnet wird, gibt es dafür eine einfache Erklärung.

Die Firma Heinrich Kusel, Maurermeister, wurde 1867 gegründet.
Das Arbeitsfeld der Firma lag in den ersten Jahren hauptsächlich in
Grabow und dessen Umgebung. Wohngebäude in der Stadt und
landwirtschaftliche Bauten in den Dörfern wurden in größerer Anzahl
errichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs diese Firma. Es
waren bis zu 100 Arbeiter beschäftigt. Das Baugeschäft umfasste
Maurerei, Zimmerei, Tischlerei und Baumaterialienhandel, weiterhin  unter der Firma Peter Kusel und Sohn eine Zementfabrik, Dachpappen-fabrik und Kohlenhandel.

Die Firma Kusel hatte einerseits eine Reihe von Häusern in der Binnung
gebaut, zum anderen befanden sich dort mehrere den geschäftlichen
Zwecken dienende Grundstücke.
Das war der Grund, das die Binnung im Volksmund auch Kuselsdorf genannt wurde.



   Literatur:
   - Werner Zühlsdorff: Flurnamenatlas des südlichen Südwestmecklenburg, Veröffentlichungen des Instituts für Slawistik, Berlin, Akademie-Verlag 1970
 

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